Minoische Zeit

Der Sage nach hat Göttervater Zeus mit Europa den Minos gezeugt. Minos war aber wohl kein Name, sondern wie Pharao oder ähnliche Bezeichnungen der Titel
des Königs der Minoer. Die Minoer schufen vor 4.000 bis 5.000 Jahren eine erste Hochkultur im Mittelmeerraum. (Foto: Palast von Knossos)
Sie bauten u.a. mehrgeschossige Häuser mit Frischwasser- und Abwasserkanälen, Licht- und Luftschächten. Die großen minoischen Paläste wurden bereits um 1700 vor Christus (v. Chr.) durch ein Erdbeben zerstört. An ihrer Stelle
wurden jedoch neue Paläste errichtet. Die minoische Kultur ging dann um 1450 v. Chr. unter. Zu der Zeit wurden alle minoischen
Paläste durch Naturkatastrophen wie Erdbeben und Flutwellen, die durch einen Ausbruch des Vulkans der Insel Santorini (Thera) im Norden ausgelöst wurden, zerstört. Danach wurde nur
noch Knossos neu aufgebaut, jedoch schon nach weiteren 50 Jahren wieder und diesmal endgültig zerstört. Die größten minoischen Ruinen Kretas befinden sich in Knossos, Festos, Malia und Kato Zakros.

(Foto: Nordkorridor im Palast von Knossos)
Unsere Reiseleiterin berichtete bei der Einweisung von Gerüchten um einen bevorstehenden Streik der Angestellten bei den Ausgrabungen der minoischen Paläste in der folgenden Woche. Deshalb beschlossen wir,
gleich am ersten Tag die Stätte aufzusuchen, von der wir auch schon hörten, bevor wir uns für Kreta näher interessierten: Knossos.
Knossos
Der minoische Palast von Knossos liegt direkt südlich von Iraklio. Wir kamen nach einer Fahrt von etwa 40 min über die neue National-Straße dort an und hatten Glück, da wir uns einer
gerade beginnenden deutschsprachigen Führung anschließen konnten. Der Palast von Knossos wurde von einem Einheimischen 1878 entdeckt und von dem Briten Arthur Evans zusammen mit 200 Arbeitern von 1900 bis 1903 freigelegt.
Knossos ist beeindruckend. Auch wenn viele Rekonstruktionen und Bezeichnungen, die Evans veranlasste, von anderen Archäologen angezweifelt werden. So nennt Evans zum
Beispiel einen Raum "Badezimmer der Königin". Andere halten dagegen, dass die gefundenen Spuren nicht mal dafür ausreichen, Knossos verlässlich als Palast zu bezeichnen.
Knossos war Sitz des Königs Minos. Die
meisten sichtbaren Ruinen stammen aus der so genannten Jüngeren Palastzeit von 1700 bis 1450 v. Chr.. Es gibt in Knossos aber auch Bauten aus der Älteren Palastzeit von 2100 bis 1700 v. Chr. und aus der noch älteren
Vorpalastzeit. Unsere Führerin erzählte übrigens, dass Knossos Malia und Festos beherrschte.
Der gedruckte Reiseführer meinte dazu jedoch, dass das Verhältnis von Knossos zu den anderen Palästen noch unklar ist. (Foto: Megalon der Königin im Palast von Knossos)
Überhaupt schien sich unsere Führerin sehr an die Bezeichnungen Evans zu halten. Man sollte also bei den Führungen eine gewisse gesunde Skepsis beibehalten.
 In Knossos soll auch das Labyrinth des
Minotaurus gewesen sein, dem sagenhaften Stiermenschen. Das vorgriechische "Labyrinth" soll das "Haus der Doppeläxte" bezeichnet haben. Diese Doppeläxte ("labrys") waren im
Palast von Knossos in Wänden eingeritzt oder auf Dächern aufgestellt. In Knossos wurden viele Gegenstände, Wandmalereien oder Fresken gefunden, die wir uns später im Archäologischen Museum von Iraklio anschauten. Nach Knossos fuhren wir zurück nach Stalis, um den Rest des Tages im Meer zu baden. (Foto: Kopie des Delfin-Freskos im Megalon der Königin im Palast von Knossos)
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