Vancouver Island

Black Bear Watching!

Tag 5
Heute ist der große Tag: Bärenbeobachtung oder auf englisch Bear Watching steht auf dem Plan. Wir stehen sehr früh auf und sind pünktlich bei Seaside Adventure in Tofino. Deren Büro ist direkt Meer. Wir bekommen leuchtend orange Schutzanzüge verpasst. Mit denen sehen wir ein bisschen wie Michelin-Männchen aus. Die Anzüge sind auch ziemlich ölig vom Schiffsdiesel, halten aber warm und sind wasserdicht. Unsere Wolfskin-Wetterjacken können wir jedenfalls im Büro lassen. So früh ist noch neblig und es nieselt etwas. Unser Tour-Guide ist ein echter Indianer, also ein Vertreter der First Nation.
Außer uns gehen noch 5 Leute, US-Amerikaner und Holländer, mit an Bord des kleinen Bootes. Kaum haben wir von der Anlegestelle abgelegt, brausen wir auch schon mit großer Geschwindigkeit über die Bucht vor Tofino. Das Boot brettert ganz schön auf dem Wasser. Eigentlich absolut nicht mein Ding. Aber ich schaue schön nach vorn und reiße mich zusammen. Es nieselt weiter, was einem bei der Geschwindigkeit eher wie Sturzregen vorkommt. Wir fahren eine ganze Weile an schönen Buchten und Inselchen vorbei. Unser Guide ist per Funk mit anderen Booten in Kontakt. Auf einmal steuert er zielstrebig eine Bucht an. Er hat wohl einen Tipp bekommen. Und schon sehen wir unseren Bär Nummer 1 in Freiheit (sorry Bärenpark Worbis, den wir Klasse finden, aber das hier ist echte Freiheit).Schwarzbär an der Küste bei TofinoEs ist ein Schwarzbär, der an der Küste auf Frühstückssuche einen Stein nach dem anderen umdreht, die bei Flut sonst im Wasser liegen. Ich bin total erleichtert. Schließlich ist das hier Natur und es hätte auch passieren können, das wir keinen Bär zu Gesicht bekommen. Der Urlaub ist eigentlich jetzt schon ein voller Erfolg.
Zum Glück hört auch der Regen rechtzeitig auf. Unser Guide fährt vorsichtig, zum Teil lässt er das Boot treiben, näher heran. Näher ist gut. Da ich vermutete, dass wir unsere Beobachtungen von weiter draußen vor den Buchten machen werden und nicht so nahe an die Bären heranfahren würden, hatte ich nur das Teleobjektiv mitgenommen. Aber wir sind zum Teil so nah, dass ich den Bären damit nicht mal ganz aufs Bild bekomme. Ich schätze, wir waren bis auf 2 m an ihm dran. Er schaut auch ab und zu in unsere Richtung, ob von uns Gefahr drohen könnte und lässt sich ansonsten nicht stören bei seinem Fressen von Kleinkrebsen. Wir können ihn lange filmen und fotografieren. Dann geht’s weiter. Auf unserer Tour können wir noch zwei weitere Schwarzbären - Bären Nummer 2 und 3 - bei der Futtersuche beobachten. Danach macht uns unser Guide auf eine Bucht aufmerksam, an deren Küste ein kleines Wolfsrudel mit Jungen rumtollt. Wir fahren allerdings nicht nah ran.
Zum Schluss, das Boot fährt bereits Richtung Tofino zurück, noch ein Highlight für unseren indianischen Guide. Mitten durch eine Meerenge schwimmt ein Wolf direkt neben uns im Wasser. Unser Guide ist richtig aufgeregt, so was bekommt selbst er selten zu sehen. Wir fahren und gleiten eine ganze Weile parallel zu dem Wolf, bis er doch etwas nervös wirkt. So drehen wir ab und es geht zurück. Nach insgesamt etwa 2,5 Stunden Fahrt legen wir wieder bei Seaside Adventure an. Was für ein Erlebnis!
Nachdem wir wieder unsere eigenen Sachen anhaben, geht’s mit unserem RV raus aus Tofino, durch den Pacific Rim Nationalpark und weiter Richtung Osten Vancouver Islands. Unsere bereits gebuchte Fähre durch die Inside Passage legt in zwei Tagen ab und es ist schon noch ein langer Weg bis an die Nordspitze der Insel, nach Port Hardy. Heute wollen wir davon noch etwa die Hälfte zurücklegen. Auf Grund des Zeitdrucks halten wir unterwegs an keinem der herrlichen Provincial Parks. Beim nächsten Mal nehmen wir uns mehr Zeit für Vancouver Island. Hier kann man gut und gerne mindestens 2 Wochen verbringen. Kurz vor der Ostküste halten wir in dem kleinen Ort Coombs. Ein uriges Dorf mit Military- und Antiquitätenläden. Ziemlich verkitscht, aber gar nicht so schlecht zum Bummeln, gucken und einkaufen. Wir besorgen uns hier ein Original-Autokennzeichen von British Columbia und eines von Alaska. Wir fahren weiter auf dem Highway 19, kaufen in Campbell River im Super Value ein und erwerben im Telus-Geschäft eine Telefonkarte für 5 CAD.
Unser Stellplatz auf dem Ripple Rock RV ParkHeute steuern wir den Ripple Rock RV Park hinter Campbell River an. Vom Highway aus geht’s noch eine etwa 7 km lange akzeptable Gravelroad bis zum Campground. Am Büro ist niemand. Wir schauen uns um und entdecken am Fenster ein Walkie Talkie und einen entsprechenden Hinweiszettel.
Nachdem wir reinquatschen, kommt auch prompt die Platzwartin mit einem Golfkarren um die Ecke. Da unser RV unterwegs sehr dreckig geworden ist, wollen wir morgen früh die kostenlose Autowäsche des RV Parks nutzen.
Campground-Check: Top, sehr schöne Plätze (haben Platz 41) am Meer, full hook up, etwas eng, sehr sauber und gepflegt, Autowaschplatz kostenlos
Route Vancouver (Tofino) - Campbell River (Ripple Rock RV Park): etwa 251 km

Schwarzbär an der Küste bei TofinoSchwarzbär an der Küste bei TofinoSchwarzbär an der Küste bei TofinoWolf im Meer vor TofinoCoombsCoombsCoombsUnser Stellplatz auf dem Ripple Rock RV ParkBlick von unserem Stellplatz auf dem Ripple Rock RV ParkEingangsschild auf dem Ripple Rock RV Park