Im Norden von British Columbia und in Alaska

In den Norden bis Alaska

Tag 8
Stewart an der Grenze und Hyder in Alaska sind unser heutiges Ziel. Klicken, um unsere komplette Rundreise zu sehen.Es geht auf dem Highway 16 - dem Yellowhead Highway - entlang des Skeena River nach Osten. Leider regnet es und wir sehen von der eigentlich herrlichen Landschaft nicht viel. Erst kurz vor Terrace wird das Wetter und die Aussicht wieder besser. Links der Straße, etwas weiter weg, erkenne ich aus dem Augenwinkel einen dunklen Fleck auf einer Wiese. Wir halten. Tatsächlich grast in einiger Entfernung ein Schwarzbär - Bär Nummer 6. Aber mit Teleobjektiv können wir ihn sehr gut sehen und fotografieren. Da wir weit genug weg sind, lässt er sich nicht stören und wir können ihn lange beobachten. Ein weiteres Motorhome hält hinter uns. Ein englisches Pärchen mit kleinem Kind ist froh, dass sie durch uns auf den Bären aufmerksam geworden sind. In Terrace kaufen wir im Safeway ein und tanken gleich noch. Danach fahren wir weiter auf dem Yellowhead Highway und biegen bei Kitwanga auf den Highway 37, den Cassiar Highway. Der Cassiar Highway führt über den Yukon bis hoch in den Norden nach Alaska. Jetzt wird es einsam auf der Straße. Einmal fahren wir fast eine halbe Stunde, ohne dass uns jemand entgegenkommt. An der Kreuzung Mezidian Junction biegen wir auf den Highway 37 A, den Stewart Highway. Richtung Westen geht die Panoramafahrt über die Coast Mountains zur Enklave Stewart und Hyder, wo unser Haupturlaubsziel, der Fish-Creek auf uns wartet.
Schwarzbär am Highway 37 AWährend der etwas eintönigen Fahrt auf dem Cassier Highway zuvor meine ich noch optimistisch, vor Stewart sehen wir bestimmt noch einen Bären. Und tatsächlich, kurz hinter Mezidian Junction grast ein Schwarzbär-Junges, ein Cub, am Straßenrand des Highway 37 A (Stewart Highway). Wir halten und passen auf, dass uns die Schwarzbär-Mama nicht überrascht. Wir sehen sie nirgends. Da das Gebüsch bis an die Straße heran ziemlich dicht ist, sind wir vorsichtig. Der kleine Bär - unser Bär Nummer 7 - frisst in Seelenruhe, läuft auch schon mal über die halbe Straße. Gott sei Dank ist der Verkehr hier gering. Nach wenigen Minuten Weiterfahrt treffen wir auf Bär Nummer 8 direkt links am Straßenrand. Wieder ein junger Schwarzbär, der sich am Gras labt. Aus nächster Nähe, aber aus dem sicheren Motorhome, beobachten wir ihn, bis er im Wald verschwindet.
Kurz vor Stewart sehen wir auf der linken Seite den Bear Glacier, der bis fast an die Straße reicht. Noch vor 100 Jahren soll er bis an den gegenüberliegenden Berghang gereicht haben. Nicht die einzige Folge der Klimaveränderung, die wir auf unserer Reise sehen werden. Da es gerade wieder trüb ist, wollen wir bei unserer Rückfahrt in 2 Tagen noch mal am Gletscher halten. Wir kommen in das kleine Städtchen Stewart und machen erst mal unseren Platz auf dem Rainey Creek Campground klar. Für 21,20 CAD erhalten wir für eine Nacht den Stellplatz 64.
Gegen 19 Uhr fahren wir noch mal los. Wir wollen heute noch an den Fishcreek. Kurz hinter Stewart kommt auch schon die Grenze nach Alaska. Wir fahren ohne angehalten zu werden in das Geisterdorf Hyder, das damit auch Werbung macht. Wo Kanada aufhört, hört auch der Asphalt auf. In Hyder und bis zum Fishcreek fahren wir auf einer sehr schlechten Gravelroad. Hinter uns im RV ein riesen Geschepper, wir staunen, dass kein Schrank runterfällt. Nach rund 6 km Buckelpiste, wir sind kurz vor dem Fishcreek, kommen uns nach einer leichten Kurve zwei ausgewachsene Grizzlybären entgegen! Wir sind so verdutzt, dass wir es nicht schaffen, Foto- oder Filmaufnahmen zu machen. Der Foto-Rucksack liegt blöderweise ganz hinten im RV auf dem Bett. Beide Bären verschwinden im Gebüsch, nicht ohne uns noch mal neugierig anzuschauen. Ab jetzt kommt der Foto-Rucksack griffbereit neben uns zwischen die Sitze. Mann, das waren die Bären Nummer 9 und 10, und noch dazu Grizzlies. Wir können unser Glück kaum fassen.
Am Fishcreek kaufen wir Park Pässe für 3 Tage. Kosten: 10 CAD pro Person + Tax. Im seichten Wasser des Fishcreek schwimmen träge sehr viele Lachse. Wir sehen einen etwas gerupft aussehenden braunen Adler und später landet ein Weißkopfseeadler, das Wappentier der Vereinigten Staaten, sehr nah bei uns auf den Steinen. Am Eingang macht uns einer der Ranger, übrigens nur mit Pfefferspray bewaffnet, auf Bär Nummer 11 aufmerksam. Im gegenüber liegendem Wald schuppert sich ein Schwarzbär an einem Baum. Seine Nase guckt gerade so über die Büsche. Direkt an den Fishcreek kommt heute kein Bär. Gegen 21 Uhr fahren wir zurück nach Stewart. Diesmal gibt's eine Grenzkontrolle durch kanadische Grenzposten. Geht aber schnell und problemlos.
Morgen wollen wir den ganzen Tag am Fishcreek verbringen. Wenn wir da Pech haben und keinen Bären zu sehen bekommen, wollen wir auch übermorgen noch hier bleiben.

Campground-Check: gut, schöne Plätze im Wald, nicht eng, Stromanschluss, unsere Stellplätze: 64 und 54
Route Port Edward (Kinnikinnick Campground & RV Park) - Stewart (Rainey Creek Campground): etwa 445 km

Am Highway 16, dem Yellowhead HighwaySchwarzbär am Yellowhead Highway vor TerraceSchwarzbär am Yellowhead Highway vor TerraceAuf dem Highway in Richtung NordenSchwarzbär am Highway 37 AAuf dem Highway 37 A in Richtung StewartSchwarzbär am Highway 37 ASchwarzbär am Highway 37 AAuf dem Highway 37 A in Richtung StewartWeißkopfseeadler am FishcreekAbendstimmung am Fishcreek