Casa-Wettstreit
Unseren dritten Tag in Barcelona ließen wir etwas ruhiger angehen und sahen uns zunächst die schönen Häuser auf der Passeig de Gracia an. Hier gibt es einen Straßenabschnitt, der Mancana de la
Discordia genannt wird, zu deutsch: Block der Zwietracht. In dieser Häuserzeile, auch als Zankapfel bezeichnet, konkurrieren die Gebäude dreier berühmter Baumeister mit unterschiedlichen Stilen
darum, welches davon das Schönste ist. Sehenswert sind sie alle drei.
 Foto: Casa Battlo
Von der La Rambla aus gelangt man zuerst zur Hausnummer 35 der Passeig de Gracia
an der Ecke zur Consell de Cent, zum Casa Lleo Morera. Dieses Gebäude wurde von Domenech i Montaner geschaffen. An der Fassade erkennt man Verzierungen, die wichtige Erfindungen um die
Jahrhundertwende 1900 zeigen, so das Grammofon, das Telefon, die elektrische Glühbirne oder die Kamera. Weiter geht es bis kurz vor die Kreuzung der Passeig de Gracia mit der Carrer d´Arago.
 Foto: Palau Nacional
Hier stehen nebeneinander die Häuser Casa Amatller
(Hausnummer 41) und Casa Battlo (Hausnummer 43). Puig i Cadafalch baute das Casa Amatller, das an nordische Gotik erinnern soll. Das Casa Battlo wiederum wurde von Antoni Gaudi
gestaltet. Die Fassade ist mit Mosaiksteinen überzogen, ein Markenzeichen Gaudis. Gewölbte Balkons schmücken das Haus, das ein schimmerndes Dach aus glasierten Kacheln besitzt.
 Foto: Olympiastadion Estadi Olimpic de Montjuic
Das Casa Battlo ist unser persönlicher
Sieger dieses stillen Wettstreites. Übrigens: laut unserem ziemlich neuen Reiseführer ist das Gebäude nicht öffentlich zugänglich. Wir sahen jedoch eine sehr lange Menschenschlange, die sich davor
gebildet hatte. Biegt man nach dem Casa Battlo nach links in die Carrer d´Arago ein, findet man nach etwa 100 Metern rechts ein weiteres interessantes Detail: ein Gebäude mit einer
Art Perücke aus Eisendrähten auf dem Dach. Hierbei handelt es sich um das Gebäude der Tapies-Stiftung (Fundacio Tapies). Antoni Tapies ist der berühmteste zeitgenössische katalanische Künstler, der
auch das Draht-Kunstwerk schuf.
 Foto: Placa d´Espanya
Barri Gotic
Das Barri Gotic, das gotische Viertel Barcelonas, liegt unmittelbar neben der La Rambla und war für uns dadurch sehr gut erreichbar. Wir gingen mehrmals durch die
kleinen Gassen dieses Stadtteils. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Hier findet man die ältesten Spuren Barcelonas: Barcino, eine Siedlung aus dem Beginn
unserer Zeitrechnung, die als Ursprung Barcelonas gilt. Besonders sehenswert fanden wir die Kathedrale, Reste der einstigen Stadtmauern und die mittelalterlichen Gässchen. Außerdem trifft
man, wie auf der La Rambla, überall Künstler und unterhaltsame Musiker an.
Foto: F 1 BMW Williams im Flughafen Barcelona
|
Foto: Casa Amatller und Casa Battlo
Auf dem Montjuic
Castell Am letzten Urlaubstag unternahmen wir noch einmal einen kleinen Gewaltmarsch. Wir liefen von unserem Hotel Ambassador
bis zur Talstation der Seilbahn auf dem Montjuic, dem gerade mal 173 Meter hohen Hausberg Barcelonas. Von hier ging es hinauf per Lift zum Gipfel, zum Castell de Montjuic.
 Foto: Blick vom Castell auf Barcelonas Hafen
Das Castell ist eine Festungsanlage aus dem 17. Jahrhundert, in dem sich heute ein Militärmuseum befindet. Von hier oben hat man eine sehr schöne Aussicht - solange
es nicht so trüb ist wie bei unserem Besuch - auf Barcelona samt Hafen.
Vom Castell aus gingen wir zu Fuß den Berg wieder hinunter. Dabei hatten wir immer wieder einen guten Blick auf
Barcelona und sahen schon von weitem Teile der olympischen Anlagen und des Palau Nacional.
 Foto: Olympiastadion Estadi Olimpic de Montjuic
Auf olympischen Pfaden 1992 fanden die Olympischen Sommerspiele in Barcelona statt. Die Rockgruppe Queen mit ihrem unvergessenen Sänger Freddy Mercury
sang damals einen der Olympiade gewidmeten Song "Barcelona", in der für Queen so typischen und unverwechselbaren Kombination aus Rock und klassischer Musik.
Der Montjuic war der Hauptschauplatz der Olympiade. Wir sahen uns das olympische Stadion auf dem Montjuic - das Estadi Olimpic de Montjuic - an, das - wie auch das Palau Nacional - bereits 1929
anlässlich der Weltausstellung in Barcelona gebaut wurde. Anlässlich der Olympischen Spiele wurde das Stadion jedoch komplett erneuert, so dass nur noch die alte Fassade von früher bestehen blieb.
 Foto: Olympiahalle Palau de Sant Jordi
Gleich neben dem Olympiastadion ist die
Olympiahalle, das Palau de Sant Jordi, das von einem japanischen Architekten kurz vor den olympischen Spielen 1992 geschaffen wurde. Das Dach ist über 1300 Tonnen
schwer und wurde vorgefertigt auf die Fundamente gesetzt. Weitere "olympische" Rundgänge blieben uns versagt, da wir langsam schon fußlahm waren.
Wir schafften es aber noch, kurz am Palau Nacional vorbei zu schauen. Von hier aus bot sich uns ein schöner Blick auf den Placa d´Espanya, deren Türme, die sogenannten Campanilen, ebenfalls mit der
Weltausstellung 1929 entstanden sind.
Foto: Kathedrale im Barri Gotic
Der Höhepunkt unseres letzten
Barcelona-Tages, der nur noch aus der Abreise bestand, war sicherlich der auf dem Flughafen von Barcelona präsentierte Formel 1 BMW Williams. Dieser Bolide, bestens bewacht, sollte wohl für den zwei
Wochen später stattfinden Formel 1 Grand Prix von Barcelona Werbung machen.
|